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Identification Systems GmbH

Ein Finger für die Sicherheit
Wo die Techniken des Weltmarktführers DERMALOG auf der Grundlage des digitalisierten Fingerabdrucks bereits erfolgreich eingesetzt werden

Hamburg – Am Anfang war der Fingerabdruck. Den Hamburger Humanbiologen Günther Mull (48) faszinierten die markanten Linien und alles, was man aus ihnen lesen kann. Parallel zu seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit entwickelte er ein Verfahren zur automatischen Identifikation von Fingerabdrücken, kurz AFIS. Der Grundstein für den Aufbau eines Unternehmens war gelegt. Heute ist DERMALOG mit seinen 50 Mitarbeitern und Filialen in Malaysia und Brasilien mit einer ganzen Palette von Sicherheitsprodukten international am Markt: von Zugangs- und individuellen Zeiterfassungssystemen, über Anlagen zur automatischen Identifikationsprüfung bei Grenzkontrollen bis hin zu millionenfach genutzten, absolut fälschungssicheren, multifunktionalen Personaldokumenten.

Gesichter verändert sich. Der Fingerabdruck nie. Nichts liegt also näher, als die markanten Fingerlinien zur einwandfreien, kostengünstigen Identitätsprüfung und als Zugangskontrolle zu nutzen. Radio Hamburg sichert beispielsweise seinen Server-Raum, das Nervenzentrum des Radiosenders, mit der AFIS-Technik von DERMALOG vor unbefugtem Zutritt. Ohne sich lästige Passwörter oder PIN-Nummern merken zu müssen, kann man Geldautomaten auf Daumendruck Bares entlocken, Computer starten, Sicherheitsbereiche, Archive oder Firmennetzwerke zuverlässig schützen. Die Entwickler des Hamburger Unternehmens würden am liebsten selbst das Schlüssel-klimpern in unseren Taschen verstummen lassen. „Schließlich ist der sicherste Schlüssel unser Fingerabdruck", meint DERMALOG-Geschäftsführer Günther Mull. Autos ließen sich nicht nur mit einem Finger öffnen und starten. Anhand des Fingerabdrucks erkennt das Fahrzeug den jeweils berechtigten Fahrer.

Der Clou: Clevere, mit der AFIS-Technik ausgerüstete Autos wissen auch welche Einstellungen der jeweilige Fahrer bevorzugt. Automatisch positionieren sich dann Sitze, Seiten- und Rückspiegel ebenso individuell, wie der Lieblingssender im Radio. „Alles nur eine Frage der Programmierung", sagt der „Vater des Daumenabdrucks".

Nach dem 11. September hat sich das Sicherheitsbewusstsein weltweit dramatisch verändert. Ob als „Sesam-öffne-dich" für Hotelzimmer, Schliessfächer, Schusswaffen oder elektronische Geräte, zur Einlasskontrolle für Discos oder als Ersatz für die Geldbörse, das 50 Mitarbeiter starke Unternehmen kann den vielen Anfragen kaum noch nachkommen. Kein Wunder also, dass der Sicherheitslieferant von der Elbe in den vergangenen Jahren jährlich um jeweils 50 bis 70 Prozent gewachsen ist und demnächst an die Börse will.

Die größten Absatzmärkte liegen für DERMALOG bislang jedoch in Lateinamerika und in Asien. „Dort gibt es keine langwierigen Diskussionen, weil es hier völlig normal ist, seinen Fingerabdruck zur Identifikation zu nutzen", erklärt der Humanbiologe Günther Mull. Das größte DERMALOG-Projekt läuft derzeit in Indonesien. Dort haben 3 Millionen Menschen einen mit AFIS gescannten und in einen verschlüsselten Zahlencode umgewandelten Fingerabdruck in ihren Personaldokumenten. Im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro geht die Rate, sich durch falsche Angaben Mehrfachidentitäten verschaffen zu wollen, gegen Null, seitdem die Sicherheitsexperten von der Alster einen Großauftrag am Zuckerhut landen konnten. Schließlich sind die Hamburger Biometrieexperten Weltmarktführer in der Technik des so genannten elektronischen Fingerabdrucks.

Die Einwohnermeldebehörde von Rio erfasste mit dem DERMALOG-System schon mehr als 30 Millionen Fingerabdrücke. Ob Falschangaben oder äußere Veränderungen, das Identifikationssystem auf Basis eines Fingerabdrucks lässt sich nicht überlisten oder austricksen. Seit es die fälschungssicheren Ausweise gibt, werden in Rio rund 7.000 Betrüger jährlich entlarvt.

Über die modernsten Personalausweise der Welt verfügt allerdings der asiatischen Kleinstaat Brunei. Grenzformalitäten sind im Sultanat seit zwei Jahren nur noch eine Sache eines Daumenabdrucks. Sekundenschnell wird die Identität eines Einreisewilligen über eine Recherche in der angeschlossene Datenbank zweifelsfrei geprüft. Das reichste Land der Welt befreite seine 330.000 Bürger mit der Einführung intelligenter Personaldokumente auch vom lästigen „Kartenspiel in der Brieftasche". Statt für jeden Zweck eine eigene Plastikkarte nutzen zu müssen, lässt sich der von DERMALOG entwickelte Ausweis mit dem digitalisierten Fingerabdruck durch einen aufgedruckten Prozessorchip in eine Multifunktionskarte verwandeln. Ob als Geld- oder Kreditkarte, als Identifikationsmittel und digitale Unterschrift für elektronische Geschäfte, als Führerschein oder Krankenversicherungskarte, den vielfältigen Nutzungsaspekten der Mega-SmartCard von DERMALOG sind kaum Grenzen gesetzt.

Neueste Entwicklung der Hamburger Biometrieexperten ist die Identifikationsprüfung direkt auf dem Ausweischip. Der Besitzer schiebt sein telefonkartengroßes Personaldokument in ein Lesegerät, einen so genannten Live-Scanner. Das mobile oder Stand-alone-Gerät analysiert den Fingerabdruck in ein bis zwei Sekunden und vergleicht die Daten mit den auf dem Chip verschlüsselt gespeicherten Merkmalen. Stimmt beides überein, ist die eindeutige Identifikation abgeschlossen. Was selbst die gestrengen deutsche Datenschützer erfreut: Bei diesem Prüfvorgang werden keinerlei Informationen gespeichert oder via Datenleitung weitergeleitet. Denn eine Anbindung an ein Netzwerk oder eine Datenbank ist nicht erforderlich. Jeder Missbrauch ist ausgeschlossen. Beim Einlesen der markanten Fingerlinien überprüft das Lesegerät in einem Arbeitsgang Vitalfunktionen wie Hautwiderstand und Temperatur. Gestohlene biometrische Ausweise sind völlig nutzlos. Schlechte Zeiten also für Langfinger und Fälscher.

 "Pressetext Biometrie Testergebnis BioPII Aug.05"

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